Galgweis

- HARIOLDESWIS VILLA APUD VILUSAM Eingebettet zwischen sanfte Hügelketten fließt die Vils durch ihr liebliches, noch weitgehend natürliches Tal der Donau zu. Die Römer nannten sie vilusa. Der Kern des Wortes ist germanisch und bedeutet so viel wie „Weide am Bach“, weist damit auf die Fruchtbarkeit des Vilstals hin. So liegt es nahe, dass schon sehr früh – im Zuge der bajuwarischen Landnahme – Siedler sich hier niederließen.
- Diese Besiedlung ist urkundlich gesichert: Im Jahre 749 schenkt eine Frau Angiltrut im Einvernehmen mit ihrem Sohn Gaganhard „pro peccatis vel eterna retribucione“ = wegen ihrer Sünden und um des ewigwn Lebens willwn eine „villa apud vilusam qui vocatur harioldeswis“ = ein Dörflein an der Vils mit Namen Harioldeswis mit allen Zugehörungen dem Kloster Mondsee.
- Der Ortsname bedeutet – wis = Dorf (von lateinisch vicus) des Chariovvalda / Hariold / Harald / Herwald (ein altdeutscher Rufname, der dem Namensträger wünscht, er möge im Heere walten, d.h. ein tapferer Krieger werden). Aus Haroldeswis wird Garoldswis, Galgwis, schließlich (im 12. Jhd.) Galkwis. Warum die Schenkung an das Kloster Mondsee? Dieses Benediktinerstift im Salzburgischen gehörte zu den ältesten , reichsten und angesehensten im bairischen Herzogtum. Der weitgestreute Besitz reichte bis in den Quinzingau (der Landstrich südlich der Donau zwischen Isar und Wolfach, benannt nach Künzing, dieses wiederum nach der römischen „cohors quinta Bracara Augustanorum“ = der fünften portugiesischen Kohorte; Bracara Augusta war die Hauptstadt der nördlichen römischen Provinz Portugal).
- Laut Pater Bonifaz Pfister, dem Verfasser der „Geschichte der Abtei Niederaltaich“ hat bereits im Jahre 737 Herzog Odilo – im Jahre seines Regierungsantritts – dem Kloster Mondsee die villa Aldersbach geschenkt – noch vor der Gründung Niederaltaichs im Jahre 741, sonst wäre wohl die Schenkung dorthin gegangen. Verständlich, dass Angiltrut, die verwitwete Herrin eines Edelsitzes, sich diesem einflussreichen Fürsprecher vor Gottes Thron anvertraut. Man setzte früher auf Gebete.
- Es fällt auf, dass sich im Vilstal die ehemaligen Edelsitze mit ihren Hofmarken aufreihen wie die Perlen an einer Schnur – in unserer Region neben Galgweis, Gergweis, Oberndorf, Göttersdorf, Walchsing, Kriestorf. Das hat seinen historischen Grund: Herzog Otto III. von Niederbayern sollte König von Ungarn werden. Die Arpaden waren im Mannesstamm ausgestorben. Otto wurde dann auch am 6. XII. 1305 in Stuhlweißenburg mit der Stephanskrone gekrönt. Infolge innerer Unruhen musste er fliehen und mit einem hohen Lösegeld aus Gefangenschaft freigekauft werden. Er kehrte erst 1308 heim. Um seine Schuldenlasten zu tilgen verkaufte der Herzog einen Teil seiner Herrschaftsrechte an die niederbayerischen Stände – an Adelige, die Kirche, Städte. Die „Ottonische Handfeste“ (eine Urkunde) berechtigte sie, die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben – ein lukrativer Zugewinn. Um diese Gerichtsbarkeit ausüben zu können, wurde ein Netz von Herrensitzen gegründet, die wiederum Hofmarken für ihren Lebensunterhalt brauchten. Herr von Galgweis wird der Bischof von Passau, der den vorhandenen Edelsitz ausbaut und mit Ministerialen (Lehensmannen) besetzt. Nachfolger des Passauer Bischofs werden die Herren von Amsham.
- Zwischen ihnen und den Haidenburgern, den Grafen von Closen, gibt es des öfteren Streit. Die Closen haben das Jagd- und Fischrecht und beharren darauf. Die Vils scheint damals recht fischreich gewesen zu sein: Im Jahre 1590 schickt der Amshamer Pfleger Florentin Abdacker dem Herzog Wilhelm zu München zwei Waller, 55 und 43 Pfund schwer, und beklagt den Schaden, den diese Raubfische in der Vils anrichten, „ nehmen sie doch nicht nur Fische bis zu acht Pfund, sondern auch Gänse und Enten und greifen gar Leut und Roß im Wasser an“. Die Haidenburger tun nichts, sie selber dürfen nicht.
- Im Jahre 1609 kauft die verwitwete Maria von Amsham-Galgweis nach dem Aussterben der Yssel dort die Herrschaft Oberndorf und vereinigt beide Edelsitze in einer Hand. Der letzte Amshamer Franz Adam vermehrt den Besitz noch einmal (bekommt im Jahre 1649 von Kurfürst Maximilian Roßbach zu Lehen). Er ist ein angesehener Mann – „Truchseß des Fürstbischofs, bairischer Rath und ein wahrer Vater seiner Unterthanen“. Die letzten Lebensjahre verbringt er als Pfründner im Augustinerstift Ranshofen (bei Braunau/Inn), dem er seine Besitzungen zu Galgweis und Oberndorf verschreibt. Im Jahre 1689 wird Franziscus Adam von Amsham dort „in die Gruft versenkt“. Nach der Säkularisation Ranshofens im Jahre 1809 kommt Galgweis an das Königreich Bayern, dann an den bayerischen Staat. Wie es Mitte des 19. Jhd. In Galgweis aussah, beschreibt Pfarrer Joseph Klämpfl in seinem Büchlein „Der Schweinach- und Quinzingau“ von 1855: „ Galgweis, ein Pfarrdorf mit 24 Häusern, liegt am linken Ufer der Vils in einer der schönsten Gegenden des Vilsthales … .
- Die Pfarrei zählt 2.844 Seelen und wird vom Pfarrer und zwei Cooperatoren pastoriert. Das Besetzungsrecht wechselt zwischen Seiner Majestät dem König und Seiner Bischöflichen Gnaden.“. Dazu muss man wissen, dass Galgweis bereits im Jahre 1389 Pfarrsitz wurde und bis ins späte 19. Jhd. als Mutterpfarrei des Vilstals auch die heutigen Pfarreien Forsthart, Gergweis, Walchsing und Willing pastorierte. Im Deckengemälde des Presbyteriums der 1757 bis 1759 neu erbauten Galgweiser Pfarrkirche sind die fünf Pfarrkirchen der Mutterkirche dargestellt, beschützt von der Mutter Gottes. Am 01. Januar 1964 schlossen sich die Gemeinden Galgweis und Oberndorf zusammen. Seit dem 01. Januar 1972 gehört Galgweis zur Großgemeinde Osterhofen.
- (Quelle--Festschrift FFW Galgweis 2003--Autor-- Johann Schön, Realschulrektor i. R.)
Bürgermeister-Stadträte und
Ortssprecher von Galgweis
Bürgermeister von Galgweis:
Josef Baumgartner ca.1910-1924 (7 Gemeinderäte) Josef Baumgartner 1925-1930 (12 Gemeinderäte) Josef Baumgartner 1930-1933 ( 10 Gemeinderäte) Karl Schönhofer 1933-1939 Stellv. Josef Kalhammer Während des 2.Weltkrieges gehörte Galgweis einige Jahre zu GergweisFranz Hartl 1939-1945 (ab jetzt nur noch 7 Mitglieder) Karl Scharl 1945-1956 Stellv. Johann Grubauer(1.1.1946-1.1.1948 gehört Galgweis u. Oberndorf zu Gergweis)Josef Wurstbauer 1956-1960 Stellv. Josef Maier Josef Maier 1960-1962 Stellv. Johann Leberfinger Max Schönhofer 1962-1971 Michael Hartl(31.12.1971-Galgweis wird aufgelöst)Markus Stöger 1972-1990(Großgemeinde Osterhofen, Landkreis Deggendorf) Horst Eckl 1990-2008 (Großgemeinde Osterhofen) Liane Sedlmeier 2008- (Großgemeinde Osterhofen)
Stadträte/Ortssprecher von Galgweis:Alois Rothmeier (FW) 1972-1978 Stadtrat Alois Rothmeier (FW) 1978-1984 Stadtrat Hans Beham (JL) 1984-1990 Ortssprecher Hans Beham (JL) 1990-1996 Stadtrat Alois Rothmeier (FW) 1996-2002 Stadrat Helmut Leberfinger (FW) 2002-2008 Ortssprecher Tobias Etschmann (SPD) 2008- Stadtrat